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21.01.2018 - Imkerverein Monheim stellt Antrag zur "Bienenfreundlichen Gemeinde"

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,

 

in den letzten Wochen und Monaten haben sich die Meldungen über ein zunehmendes Insektensterben in den Medien gehäuft. Aus diesem Anlass, möchte der Imkerverein Monheim anregen, die Lebenssituation für Bienen, Wildbienen und Insekten in unserer Gemeinde zu verbessern.

 

Wie wir alle wissen, ist die Honigbiene für ein funktionierendes Ökosystem existentiell notwendig, deshalb ist der Schutz der Bienen und Wildbienen für die ganze Gesellschaft ein wichtiges Thema.

 

Schätzungen zu Folge, werden von den 100 Pflanzenarten die über 90% unserer Ernährung bilden, 71 von Bienen bestäubt. Nicht nur Obst ist auf Bienen angewiesen, auch Gemüse wie z.B. die Karotten, kann ohne Bienen keinen Samen ausbilden und sich somit nicht weitervermehren. Aber auch bei Getreide und Ölsaaten ist die Biene für die Bestäubung wichtig. Dadurch ist die Biene das drittwichtigste Nutztier Deutschlands. Eine einzige Honigbiene bestäubt pro Tag ca. 4000 Blüten und das in vorbildlicher Weise – diese Bestäubungsleistung ist nicht ersetzbar!

 

Im Bereich der Stadt Monheim wurde bisher schon viel für die Verbesserung der Lebenssituation der Bienen unternommen. Hierfür sind wir sehr dankbar. Die städtischen Flächen bieten aber noch Möglichkeiten, diesen Weg zu optimieren.

Wir als Imkerverein bieten dieses Jahr wieder eine Informationsveranstaltung für die Bürger der Stadt Monheim an, die sich über bienenfreundliche Pflanzen informieren möchten. Uns ist es wichtig, die Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren. Natürlich ist auch die Gemeinde Monheim ein wichtiger Partner, um hier bei uns zu Hause Verbesserungen zu erreichen.

 

Durch die intensive Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen wird das Nahrungsangebot für Insekten immer geringer. Mangelernährung durch Monokulturen schwächt die Bienen und Wildbienen. Brutplätze für Wildbienen und andere Insekten werden weniger und mitten im Sommer entstehen Zeiten ohne Blütentracht, die vor allem die Wildbienen massiv gefährden.

 

Der Imkerverein Monheim bittet um Prüfung, ob kommunale Flächen (insbesondere Straßenränder, Böschungen und Grünflächen) durch verschiedene Maßnahmen im Sinne der Insekten aufgewertet werden können. Gut umsetzbar ist beispielsweise:

  • Grünflächen in einer sogenannten Staffelmahd zu mähen, ähnlich wie das bereits bei den Hecken geschieht. Hierbei werden Flächen immer nur in Teilen gemäht, so dass auf den anderen Teilbereichen, die weiter wachsen, Blühpflanzen zur Blüte kommen können.
  • Entfernen von Schnittgut fördert das Ausbilden von Magerrasen. Dort blühen heimische Wiesenblumen. Zu Beginn ist es sinnvoll, hier mit Wildblumensamen die Blütenvielfalt zu fördern.
  • Reduktion auf ein bis zwei Schnitte pro Jahr, ermöglicht ein Aussamen der Flächen und sorgt nach einigen Jahren für Artenvielfalt bei den Pflanzen. Gleichzeitig bieten diese Flächen Rückzugsmöglichkeiten für andere Insekten (z.B. für Schmetterlinge zur Aufzucht von Raupen).
  • Ein Mähen mit dem Balkenmäher tötet deutlich weniger Insekten, und ist deshalb zu bevorzugen.
  • Rasenflächen (z.B. der Wegrand in der Wittesheimer Straße) können durch Blühpflanzen ersetzt werden. Dies ist bereits bei der Neugestaltung der Donauwörther Straße an der Friedhofsmauer vorbildlich umgesetzt worden. Rasenflächen können aber auch kostengünstig durch Blumenwiese ersetzt werden.
  • Bei der Auswahl von Pflanzen sollte auf heimische Pflanzen und Hölzer geachtet werden, die Pollen und Nektar tragen.
  • Verzicht auf den Einsatz von Insektiziden wo möglich. Ist ein Einsatz nicht vermeidbar, sollte auf schädlingsspezifische Insektizide zurückgegriffen werden, um andere Insekten zu schonen.

Manche diese Maßnahmen verändern die Optik von Flächen im Stadtgebiet. Es kann sein, dass eine Fläche auf den ersten Blick nicht so „gepflegt“ erscheint wie gewohnt. Um Kritik vorzubeugen, sollten die Bürger der Stadt Monheim in der Stadtzeitung, oder durch Hinweisschilder auf den Sinn dieser Veränderungen hingewiesen werden.

 

Gerne ist der Imkerverein Monheim bereit, hierzu weitere Informationsveranstaltungen am Lehrbienenstand für alle Interessierten anzubieten.

 

In den letzten Jahren haben sich einige Kommunen auf den Weg gemacht, insektenfreundlicher zu werden. Wir würden uns freuen, wenn auch die Stadt Monheim diesen Weg geht.

 

Unter http://www.moessingen.de kann man nachvollziehen, wie die Stadt Mössingen zur Blumenstadt wurde. Sicherlich kann auch die Stadt Monheim dort Informationen aus erster Hand bekommen.

 

Auf lange Sicht bietet eine Umgestaltung zur bienenfreundlichen Stadt viele Vorteile. Blühende Flächen passen gut ins Stadtbild und erfreuen auch unsere Besucher. Eine Veränderung bietet aber auch großes Einsparpotential, wie in Mössingen festgestellt werden konnte.

 

Rasen benötigt viel Zeit zur Pflege, Blühflächen die im Gegensatz dazu nur ein- bis zweimal pro Jahr geschnitten werden, sparen deshalb Arbeitsstunden die anderweitig zur Pflege und Anlage anderer Kulturen genutzt werden können. Eine Umstrukturierung erzeugt deshalb keine Mehrkosten, sondern - im Gegenteil - sorgt langfristig für Einsparungen und verbessert zusätzlich die Situation der Insekten.

 

Auch der Landkreis Donau- Ries fördert Blühflächen und führt im Jahr 2018 die Aktion „Der Landkreis blüht auf“ fort – sicherlich bietet dies auch der Stadt Monheim Möglichkeiten der Förderung und Unterstützung. Herr Buss vom Landratsamt Donau – Ries ist hier sicher gerne bereit, beratend zu unterstützen.

 

Es grüßen herzlich

 

1. Vorsitzende Renate Röding

2. Vorsitzender Anton Blank

02.11.2017 - Mit einer einstimmig gewählten Vorstandschaft sieht der Imkerverein Monheim e.V. (seit 1885) weiterhin zuversichtlich in die Zukunft.

Vorstand 2017
hinten von links: Ulrich Röding, Anton Blank, Renate Röding, Lorenz Akermann (Wahlleitung), Herbert Zipperer, Johann Gayr, vorne: Claudia Bauch, Helmut Fischer, Franz Reile

Im Rahmen der außerordentlichen Mitgliederversammlung wurden am 02.11.2017 im Lehrbienenstand Monheim Neuwahlen durchgeführt. Als Vertreter des Bürgermeisters hat Lorenz Akermann die Versammlung begleitet und die Wahlen souverän geleitet. Danke nochmal hierfür.

 

Zu den beiden Vorsitzenden wurden Renate Röding und Anton Blank gewählt. Kassier ist Ulrich Röding, Schriftührerin Claudia Bauch. Als Beisitzer wurden Johann Gayr und Franz Reile gewählt. Als Kassenprüfer sind nun Herbert Zipperer und Helmut Fischer tätig.